Craft Book: Hello Zakka by Hello Sandwich

Erinnert sich noch jemand an das Zakka-Bastelbuch, das ich vor ein paar Monaten mal für euch rezensiert hatte? Ich bin erneut vom Verlag kontaktiert worden, und man hat mir freundlicherweise eine weitere Neuerscheinung zum Probelesen zugeschickt (vielen lieben Dank dafür an dieser Stelle!): Hello Zakka von Hello Sandwich.

Does anyone remember the craft book I reviewed a few months ago? The lovely people at the publishing house contacted me again, and were kind enough to send me another new release to review (so thank you guys!): It’s the book by Hello Sandwich, Hello Zakka.

Hello Zakka 1

Hello Sandwich ist manchen von euch vielleicht ein Begriff: Dabei handelt es sich um einen Bastelblog einer Australierin, die in Tokio lebt. Sie bloggt über das Leben in Japan, aber auch über ihre kreativen Projekte und, sehr sympathisch, über ihre Liebe zu Washi Tape 😉

Now obviously this is the german edition; I’m not entirely sure if the book has also been translated into other languages (the original release is in Japanese), but I suppose a quick google search should enlighten you on the subject 😉 You might know Hello Sandwich from the homonymous blog of an Australian crafter and artist living in Tokyo. She blogs about living in Japan, about her crafty endeavors and, a girl after my own heart, her love for washi tape 😉

Hello Zakka 2

Aber jetzt mal zum Buch selbst: Nach einer Einleitung und einer ziemlich ausführlichen, vierseitigen Aufstellung des “Grundwerkzeugs” (also wenn das alles die Essentials sind… vieles davon besitze ich z.B. nicht, und ich hab WIRKLICH viel Bastelmaterial zuhause) folgen die Ideen, jeweils mit einer recht detaillierten, bebilderten Anleitung versehen und in die fünf Kapitel Papeterie, Alles für die Tasche, Lifestyle, Geschenkverpackung und Fotos & Tagebuch aufgeteilt. Zwischendurch gibt es noch ein paar “Geheimtipps”, wo die Autorin verrät, wie sie Regentage verbringt, was sie am liebsten in Tokio macht und wo sie ihr Material herbekommt.

Now to the book itself, however: Following a brief introduction and a not so brief, four page inventory of basic tools and materials (I’m not so sure if all of these are actually basic, though: I do not own some of them, and I have A LOT of craft supplies) there are the projects. Each comes with detailed, illustrated instructions; they’re categorized into five chapters (Papercrafts, Everything for the bag, Lifestyle, Gift Wrapping and Memorykeeping). Sprinkled in between are a few insider tips by the author on how to spend rainy days, what to do in Tokyo and where to purchase materials.

Hello Zakka 3

Hello Zakka 4

Die Ideen an sich sind ganz nett, aber um ehrlich zu sein nicht so außergewöhnlich oder innovativ wie z.B. im Vorgängerband (siehe meine Rezension dazu). Nur wenige Anleitungen hauen mich ob ihrer Kreativität wirklich vom Hocker – was das Besondere ausmacht, ist meiner Ansicht nach eher der spezielle, quietschebunte Hello-Sandwich-Stil, also die spezifische Auswahl und Zusammenstellung von Materialien, Farben und Mustern. Suboptimal finde ich außerdem das Layout auf den Anleitungsseiten: pro Projekt eine Doppelseite, und auf einer Seite ist das Ergebnis nett in Szene gesetzt, während sich auf die andere Seite Materialliste, Anleitung und Schritt-für-Schritt-Fotos zusammenquetschen, sodass die Fotos ein bisschen klein sind für meinen Geschmack.

The actual ideas are alright, but to be quite honest, nothing out of the ordinary. They’re not as creative or innovative as the ones from the first Zakka book (see my previous review), and few of them really sparked my interest. I think what’s special about the projects is that typical Hello Sandwich Style: it’s all very, very bright, and she has a unique way of combining colours, materials and patterns. Also, I feel like the tutorials’ layout is less than ideal: Each two page spread contains one project, and on one of the pages there’s a nice big picture of the finished result, and the list of materials, the written instructions and the step by step photos are all squeezed onto the other page, which means that the tutorial photos turn out a bit small.

Hello Zakka 6

Obwohl die Anzahl der Bastelideen insgesamt relativ gering ist (jedenfalls im Vergleich mit dem anderen Zakka-Buch, das wirklich vollgestopft war mit Anleitungen), gibt es ab und zu solche Seiten, wo einfach verschiedene Varianten eines bestimmten Projekts abgebildet sind. Das regt natürlich auch die Kreativität an, und wenn man mit dem Design in der Anleitung nichts anfangen kann, wird man hier sicherlich eine Version finden, die einen eher zum Nachmachen inspiriert.

The total number of individual ideas is relatively small compared to the first Zakka book, which was positively stuffed with ideas. But occasionally there are a few pages which show variations of a specific project, like for example different ways to decorate an envelope or to make a garland. This encourages creativity, and everyone will find an inspring version.

Hello Zakka 5

Was ich wirklich gut finde: Ganz hinten sind ein paar bedruckte Seiten, die man heraustrennen und zum Basteln benutzen kann (jedenfalls geh ich davon aus, dass sie dafür gedacht sind). Das ist ein sehr nettes, aufmerksames Extra, das mir sehr gefällt.

What I really like are the last few pages, which are printed in all kinds of patterns and also the paper feels a bit different. I assume these are intended to be removed and to be crafted with, which is a really nice and thoughtful feature I very much appreciate.

Mein Fazit: Hmmmja. Also. Was ich gut finde, sind die Extraseiten am Ende und die Seiten mit der Inspiration bzw. den Variationsmöglichkeiten. Einige der Bastelideen sind auch wirklich nett, und diesen generellen “antiperfektionistischen Vibe”, der durch das Buch und die Autorin rüberkommt, finde ich auch sehr angenehm. Was ich weniger gut finde: die meisten Projekte sind nicht wirklich neu, ich finde wie gesagt die Fotos bei den Anleitungen zu klein, und der allgemeine Stil, in dem das Ganze gehalten ist (sowohl das Design des Buches selber wie auch die Gestaltung der Projekte) ist auch nicht so ganz meins. Ich mag’s ja bunt und niedlich und girlie und so, aber vieles ist mir einfach zu messy, zu unruhig, zuviele Muster und Farben durcheinander und so (Wenn ihr mal auf den Hello Sandwich Blog klickt, versteht ihr vielleicht ganz gut, was ich damit meine). Daher muss ich gestehen: Hätte ich das Buch nicht kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, selber hätte ich es mir nicht gekauft.

My conclusion: Yeah, well. What I like are the extra pages at the end and the variation pages. Some of the projects are quite cute, and I feel like there’s a subliminal message of how your crafting doesn’t have to be perfect or super professional to be pretty, which I appreciate. What I don’t like are the facts that most of the ideas are not exactly new, and that some of the pictures are a little small, and generally the whole style of it all (both the actual book and the projects). It’s just not really my taste – you know I like girly, colourful, cute things, but her style is just a tad too messy, too cluttered, too many colours and patterns all at once. So, my final, very personal verdict is: If I hadn’t gotten the book for free, I probably wouldn’t have bought it for myself.

Ich hoffe, ihr konntet mit dieser Review etwas anfangen! Wie ist euer Eindruck von Hello Zakka und Hello Sandwich?

I hope you found this review helpful! What is your impression of Hello Zakka and Hello Sandwich?

xoxo, Großstadtprinzessin

Book Review: Zakka

Wir bleiben mal thematisch bei den Büchern, wenn ihr erlaubt: Heute möchte ich euch nämlich noch ein Bastelbuch vorstellen, das mir sehr gut gefällt, das ich aber vermutlich unter normalen Umständen* niemals wahrgenommen hätte.

Zakka Review 1

Und zwar geht es um das Buch “Zakka. Selbstgemachte Kleinigkeiten und japanisches Handwerk”, verfasst von Tuesday, einem Grafikdesign- und Bastelduo aus Japan. Das Buch ist bei Edition Michael Fischer erschienen und kostet 14,90 €.

Zakka Review 2

Nach einem kurzen Einleitungsteil, in dem die gebräuchlichsten Materialen erläutert werden, geht es auch schon los mit den Projekten, und ich kann euch sagen, Zakka ist wirklich ordentlich vollgestopft. Es gibt insgesamt 145 Ideen zum Nach- und Selbermachen, aufgeteilt in die Kategorien Dekoration, Fotos & Zeichnungen, Wohndeko, Mode & Accessoires, Papeterie & Briefpapier, Spielzeug & Unterhaltung.

Zakka Review 3

Zwischendurch gibt es immer wieder ein paar Extraseiten, die Künstlern gewidmet sind, die gut zum Zakka-Stil und Lebensgefühl passen. Ganz hinten findet man dann die Anleitungen zu den Projekten, schön knapp, aber trotzdem mehr als ausreichend gehalten (die meisten Projekte sind ziemlich einfach), und mit ganz niedlichen kleinen Zeichnungen versehen. Überhaupt ist das Design bzw. Layout des ganzen Buches sehr gelungen, finde ich.

Zakka Review 4

Was gefällt mir noch? Ich mag, dass fast alle Projekte total einfach nachzumachen sind und auch wenig Zeit in Anspruch nehmen, trotzdem aber auf neuen Ideen basieren, die man nicht schon tausendmal im Internet gesehen hat. Beim Durchblättern kriegt man sofort Lust, sich an den Tisch zu setzen und loszulegen, denn ein weiterer Pluspunkt ist, dass man in den seltensten Fällen irgendwelche ausgefallenen oder teuren Materialien braucht. Es wird gezeigt, dass man mit ein wenig Kreativität und einem anderen Blickwinkel mit den Sachen, die man zuhause hat, schon sehr sehr viel erreichen kann, um sich das Leben und das persönliche Umfeld etwas schöner zu gestalten. Zudem wird einem dadurch, dass die Projekte deutlich selbstgemacht aussehen, der eigene Perfektionismus ein bisschen genommen und demonstriert, das gerade das Unvollkommene eine eigene Schönheit hat.

Zakka Review 5

Mein Fazit: Ich kann “Zakka” nur wirklich jedem empfehlen, der mal ein bisschen Lust auf was neues, anderes hat. Dafür, dass es randvoll ist mit Anregungen, finde ich das Buch wirklich nicht teuer, und auch für das Basteln mit Kindern finde ich es absolut geeignet.

xoxo, Großstadtprinzessin

*Das hier vorgestellte Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zum Rezensieren zugeschickt. Alles, was ich in diesem Post darüber sage, ist zu 100% meine eigene Meinung.

This post is about a craft book that I really like. Unfortunately it’s only available in german, that’s why I didn’t provide a translation. I hope you understand.

What I got for christmas

Jajaja, ich weiß, Weihnachten ist jetzt schon laaange vorbei und die Bäume sind draußen und die Deko weg und überhaupt, aber trotz alledem wollte ich euch gerne noch zeigen, was ich für Geschenke “abgestaubt” habe. Ich beschränke mich dabei aber mal auf die blog- und basteltechnisch relevanten Dinge, wenn ihr erlaubt.

Christmas Gifts 1

Ich hab nämlich hauptsächlich eine Menge toller Bücher bekommen. Ich geh den Stapel mal von oben nach unten durch:

1. Keri Smith – Mach dieses Buch fertig. Viele von euch wissen vielleicht schon, was es damit auf sich hat, für alle anderen nochmal kurz zur Erklärung: Es handelt sich dabei um ein Journal, das auf jeder Seite “Arbeitsanweisungen” enthält, die man möglichst kreativ umsetzen soll / kann. Diese Anweisungen sind aber ziemlich außergewöhnlich – hier ein paar Beispiele: Hebe das Buch auf ohne die Hände zu benutzen! Besticke diese Seite. Schreibe mit dem Stift im Mund! 🙂 Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, das Buch zu füllen / zu misshandeln. Übrigens auch eine gute Übung für alle, die ihre Tagebücher nicht benutzen, aus Angst, sie zu verschandeln! 😀

2. Lauren Conrad – Style. Ich bin zur Zeit wieder mal in einer Mädchenkram-Phase (d.h. interessiere mich wieder verstärkt für Mode und Beauty), und habe außerdem festgestellt, dass ich wirklich NICHTS vernünftiges zum Anziehen habe. Lauren, deren Kleidungsstil ich schon immer sehr mochte, verrät in diesem Buch u.a., wie man sich einen funktionierenden, vielseitigen Kleiderschrank zusammenstellt und gibt zwischendurch jede Menge Tipps zu Themen wie Einkaufen, Styling etc. Sehr empfehlenswert, wie ich finde, für alle, die mit System an ihre Garderobe herangehen wollen!

3. Emily Schuman – Cupcakes and Cashmere. Emily ist die Autorin des gleichnamigen Blogs, das ich schon seit vielen Jahren lese. Auch hier geht es viel um Klamotten und Beauty, aber auch um das Empfangen und Bewirten von Gästen, Deko- und Wohntipps, wie man am besten auf Flohmärkten stöbert usw. Besonders gut gefällt mir, dass alle Artikel nach Jahreszeiten sortiert sind – eine schöne Idee!

4. Karin Roser – Nähen lernen im Handumdrehen. Ich wollte mal ein paar Nähbücher haben, damit ich im Zweifel schnell mal was nachschlagen kann. In diesem werden die Grundtechniken ausführlich und gut bebildert erklärt; in einem zweiten Teil werden dann Projekte mit Anleitungen vorgestellt. Pluspunkt: Es ist eine DVD mit dabei (die ich mir allerdings noch nicht angeschaut habe).

5. Kreativ mit DaWanda. Auch von diesem Buch habt ihr vielleicht schon gehört – es werden in einem ersten, ausführlicheren Teil sehr viele DaWanda-Shopbesitzer mit ihren persönlichen Erfolgsstorys vorgestellt, die immer auch jeweils eine DIY-Anleitung zeigen. Der zweite Teil gibt Tipps und Ratschläge, wie man erste Schritte als Verkäufer wagt und wie man später seine Produkte erfolgreich vermarkten kann. Sehr motivierend, auf jeden Fall, ein bisschen mehr Zeit und Mühe in den eigenen Shop zu investieren!

6. Elena Merten – Nähen lernen: Das 23-Projekte-Einsteigerprogramm. Noch ein Nähbuch, dieses ist aber anders aufgebaut, denn für jede neue Technik, die man erlernt, gibt es direkt ein konkretes Projekt. Learning by doing par excellence, quasi. Dieses Konzept leuchtet mir sehr ein, weil man beim Üben durch richtige Ergebnisse sofort Erfolge sieht. Außerdem finde ich fast alle Projekte total toll.

Christmas Gifts 2

Jetzt muss ich nur noch diese ganzen tollen Dinge machen, die in den tollen Büchern stehen 😀

Was habt ihr zu Weihnachten bekommen?

xoxo, Großstadtprinzessin

I wanted to show you guys what I got for christmas. It’s mostly books, crafty and non-crafty. The bottom three books are in german, two of them are sewing books that I really like, and one is about how to sell your products succesfully on DaWanda. I also got the “Wreck this journal”-Journal by Keri Smith, which I’m really excited about (every page contains a crazy prompt, it’s so cool), and then two fashion-themed books (sort of), Style by Lauren Conrad and Cupcakes and Cashmere by Emily Schuman. I really love both of them, Lauren talks in depth about creating a functioning and versatile wardrobe, whereas Emily also provides tips for decorating and entertaining.

Glitzervampire und andere Ärgernisse…

… oder: Bis(s) zum Nervenzusammenbruch

Hui, was für eine lange Überschrift. Aber sie beschreibt ganz treffend, worum es in diesem Eintrag gehen soll. Also, nichts wie rein in den Sumpf. Platsch.

Ein Geständnis: Ja, ich habe die ersten drei Bücher der Tetralogie von Stephenie Meyer gelesen. Ich habe auch die Filme gesehen (soweit bereits abgedreht, jedenfalls), und ich bin durchaus kein Fan der ersten Stunde, sondern ein Opfer des Hypes. Derzeit lese ich den vierten Band, Breaking Dawn. Soweit die Fakten.

Die Ausgangssituation sieht folgendermaßen aus: Ich bin eigentlich zu alt für sowas. Die Romane sind deutlich und eindeutig (ein wenig zu eindeutig, für meinen Geschmack) auf  Teenager ausgelegt, ein Stadium, dem ich durchaus seit einigen Jahren entwachsen bin. Weiterhin interessiert sich wirklich niemand in meinem sozialen Umfeld näher für dieses Thema, zumeist lösen die Stichwörter „Twilight“, „Edward und Bella“ sowie „Stephenie Meyer“ sogar ausdrückliche Ablehnung aus. Anzeichen graduieren von verhalten genervtem Augenrollen bis demonstrativ vorgetäuschten Würganfällen. Und ich kann diese Reaktionen durchaus nachvollziehen. Die Omnipräsenz Robert Pattinsons (der zugegebenermaßen schon ziemlich ZIEMLICH gut aussieht bzw. aussehen kann, aber, dude, Augenringe und fettige Haare? SO NOT SEXY), Kristen „Ich-bin-viel-zu-indie-für-diesen-ganzen-oberflächlichen-Bullshit-deswegen-trage-ich-auch-immer-diese-merkwürdigen-Klamotten-ihr-versteht-mich-nur-einfach-alle-nicht“ Stewarts und Taylor (keine fiesen Kommentare hier. Seems like a nice guy to me. Und nein, das sage ich NICHT wegen den Muckis. Steh ich nicht so arg drauf) Lautners in den Medien kann einem ganz schön auf den Keks gehen. Über die Filme werde ich nicht viel sagen, außer dass ich den ersten noch ziemlich gut fand, weil er eine passende, nicht allzu alltägliche Atmosphäre transportierte, weil die übernatürlichen Merkmale der Vampire (Blässe, das Wechseln der Augenfarben… don’t even get me started on the glitter thing) subtil und glaubhaft umgesetzt wurden, weil ich Bellas Charakter mochte. Sie war unabhängig, cool, nicht so wie die anderen durchschnittlichen Highschool Kids. Und selbst ihre Einstellung zu Edward war noch halbwegs nachvollziehbar. Mit dem Wechsel des Regisseurs und der plötzlichen ungeheuren Popularität ging – wie nur allzu oft – das Besondere verloren, die spürbare Liebe zum Detail; die Filme wurden austauschbar. Es war alles zu bunt, zu hollywood-esk. Die Kontaktlinsen und Perücken der Darsteller waren übertrieben und viel zu offensichtlich (Hey, guckt mal alle her, ich hab gelbe Augen! Ups, jetzt sind sie rot! Und das soll niemandem auffallen???). Diese Szene in New Moon, wo Jacob, ganz der strahlende Held für die ewige Jungfrau in Nöten, sich sein Shirt vom Leib reißt, um daraus einen Verband für Bellas Wündchen zu improvisieren: Je vous en prie. Das einzig Unterhaltsame daran war das kollektive Raunen der Kinobesucherinnen.

Was mich zu den Büchern bringt (Das hier könnte ein bisschen länger werden, vielleicht möchtet ihr euch gemütlicher hinsetzen oder euch noch was zu trinken aus der Küche holen?). Selbst wenn ich nicht selber schriebe (Was ich tue. Mehr davon eventuell ein anderes Mal), wären die mannigfaltigen Schwächen der Romane zu offenkundig, um sich ständig darüber zu ärgern, geschweige denn sie zu übersehen. Ich werde einfach mal wahllos irgendwo anfangen:

Stephenie Meyer ist Mormonin. So what, könnte man meinen, soll sie doch, ist ja ihre Privatsache. Leider sind allerdings all ihre Bücher (Korrektur: die dreieinhalb, die ich gelesen habe) stark davon geprägt, und zwar derart, dass Inkohärenzen und Unglaubwürdigkeiten auftreten. Und zwar reihenweise. Es gibt soviele Stellen, Sachverhalte oder Motive, die einem das Mormonische geradezu ins Gesicht schreien. Primär ist hier die penetrante Harmlosigkeit der Cullenschen Vampire zu nennen. Na klar, wir sind ganz liebe Monster, wir fressen keine Menschen, wir wollen niemandem etwas Böses. Und das gelingt uns auch ohne Probleme. Alles ganz easy. Dann natürlich diese unglaubhafte Keuschheit, die sowohl Edward als auch Bella an den Tag legen. Ihre Zurückhaltung mag sogar noch halbwegs überzeugend wirken, bedenkt man, dass Amerikaner in sexuellen Dingen oft recht schamhaft sind und die Autorin, und damit indirekt auch die Protagonistin, einen mormonischen, also streng christlichen Hintergrund hat. Für einen stark physisch geprägten Menschen wie mich nicht ganz nachvollziehbar, aber ok, meinetwegen. Aber Edward? Gefangen im Körper eines ewig pubertierenden Siebzehnjährigen, glühend verliebt, jedoch ohne größere Anstrengungen imstande, einfach mal so auf Sex zu verzichten? Wohl kaum. Aber dann soll der Knabe auch noch ein Vampir sein, eine Kreatur, der per se wild, unbezähmbar und hemmungslos ist. Sorry, aber das nehme ich Ms. Meyer einfach nicht ab. Schließlich kommt es doch dazu (nicht, dass der Akt an sich irgendwie näher beleuchtet wird, wir wollen ja nicht, dass die Leserin – denn, let’s face it, das ist definitiv Mädchenkram – erröten muss oder gar dass besorgte Mamis und Papis ihrem Sprössling das Buch wegnehmen müssen wegen der bösen, unzüchtigen Stellen. Ich echauffiere mich nicht aus enttäuschtem Voyeurismus über die fehlenden Details der lang erwarteten Sex-Szene, bzw. über das Fehlen der Szene an sich, um präzise zu sein, sondern weil ich meine, dass eine solche Szene interessant gewesen wäre, da schließlich nicht alltäglich. Wie machen das wohl Vampir und Nicht-Vampirin miteinander? Klappt alles so wie geplant? Gibt es irgendwelche Konflikte (Gibt es natürlich nicht. Gibt es ja nie. Ist ja immer alles perfekt. Zzzzzz….)? ), aber selbstverständlich muss es vorher eine opulente Hochzeit gegeben haben. No sex before marriage. Wäre ja auch nicht auszudenken.

Soviel zum Sex-Ding. Was mich außerdem nervt, ist, dass hier auf so offensichtliche Art die Phantasien der Autorin zu Papier gebracht werden. Ein schmusiger Glitzervampir, stets selbstbeherrscht und durch und durch bis zum Erbrechen gutartig (Yeah. Right.), wunderschön natürlich noch dazu, kann alles, ist einfühlsam, spielt Klavier, ist superintelligent… Edwards Charakter ist für sich genommen schon unerträglich perfekt. Wir alle wissen doch, dass Menschen (quasi) ohne Fehler im Allgemeinen eher unsympathisch sind, sowohl in der Realität als auch in der Fiktion. Aber nein, Stephenie backt sich ihren Traummann. Und der verliebt sich, natürlich, unsterblich in die unscheinbare, durchschnittliche, mit Unsicherheiten nur so überladene Bella. Und als wäre das noch nicht genug, kommt auch noch Jacob ins Spiel. Der Werwolf, der in vielerlei Hinsicht soviel menschlicher ist als Edward, sein exaktes Gegenstück, verliebt sich, SURPRISE! ebenfalls in die unscheinbare Protagonistin. Welche Frau träumt denn bitte nicht davon, dass  zwei Männer um sie konkurrieren? Es ist alles so bequem für Bella, so leicht, nichts wird ihr jemals schwer gemacht. Ihre Entwicklung ist noch so eine Sache: Zuerst ist sie die starke, einzelgängerische, viel zu früh erwachsene junge Frau, dann kommt Edward und verwandelt sie in eine jammernde, ständig verängstigte und viel zu abhängige Mimose. Ihre stetigen Minderwertigkeitskomplexe regen mich auch ziemlich auf. Sie ist absolut fixiert auf Edward, ihr ganzes Leben ist nach ihm ausgerichtet, wie wir in New Moon gesehen haben, ist sie ohne ihn ein erbärmliches Häufchen Elend, und dann, als er ihr einen Heiratsantrag macht, fällt ihr auf einmal ihre Eigenständigkeit wieder ein? Oh, COME ON! Ihr Sträuben gegen die Hochzeit ist für mich eine der unglaubwürdigsten Punkte überhaupt. Auch, dass sie die Reaktion ihrer Mutter auf die bevorstehende Vermählung so fürchtet, und als sie es Renée schließlich erzählt: Oh, Liebes, das ist ja wunderbar! Mach dir keine Sorgen, ich bin zwar grundsätzlich gegen die Ehe, aber bei dir ist das alles was GANZ Anderes. Solche Stellen machen mich aggressiv.

Ich muss jetzt leider doch noch ein bisschen schreibtheoretisch werden: Geschichten, jedenfalls solche, die den Leser nicht nach zehn Seiten in Grund und Boden langweilen sollen, leben von Konflikten. Ohne Konflikt keine Spannung. Stephenie Meyer versteht es jedoch meisterhaft, Konflikte zu vermeiden, zu umgehen, und das Konfliktpotential, das grundsätzlich in der Geschichte steckt (ein ungleiches Paar, er mit dem Urtrieb, ihr das Blut auszusaugen, sie nichtsdestotrotz unwideruflich zu ihm hingezogen… ), auf äußerst enervierende Weise ungenutzt zu lassen. Das Fundament der Story, obgleich nicht sonderlich innovativ, birgt genug Stoff für Psychodramen allererster Güte, und trotzdem kommen die Bedrohungen (seien sie in Form von James, den Volturi oder Victorias Neugeborenen) immer von außerhalb. Immer verläuft alles nach Schema F: Bella ist die Märchenprinzessin, unschuldig und hilflos bis zum Abwinken (einen solchen Charakter nennen mein Freund und ich gerne Mary Jane, in Anspielung auf die entsprechende Spiderman-Protagonistin), wird von irgendwelchen gemeinen Mächten der Finsternis bedroht, bis der Held auf seinem Schimmel angaloppiert kommt und sie rettet. Und wenn der Held gerade kurzzeitig verhindert ist, gibt es ja auch noch den armen Jacob in Reserve, für alle Fälle sozusagen. Unbefriedigend.

Ich bin jetzt erstmal am Ende mit meiner Nörgelei. Mehr fällt mir gerade nicht ein, und zudem ist es anstrengend. Wahrscheinlich brennt euch auch mittlerweile die folgende, offenkundige Frage unter den Nägeln: Warum lese ich die Twilight-Tetralogie, wenn ich sie so furchtbar schlecht finde?

Die Antwort ist: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Es gibt beim Lesen soviele Momente, die mich zur Weißglut bringen, und wann immer ich mich auf eine potenziell vielversprechende Szene freuen kann, werde ich enttäuscht. Außerdem ist die ganze Thematik natürlich medial ziemlich ausgelutscht, was auch nicht gerade dazu beiträgt, dem intelligenten Menschen die Bücher in einem attraktiveren Licht erscheinen zu lassen. Wieso also? Es muss ja irgendwas dran sein, das mich über die etlichen Mängel hinwegsehen lässt. Vielleicht ist es derselbe Grund, aus dem man manchmal gerne grottige MTV-Dating-Shows anschaut: Berieselung, die gefällig scheint, solange man nicht zu tiefgründig darüber nachdenkt. Eventuell gibt es auch eine kleine, verhaltene Göre in uns allen, die auch gerne Bella mit ihrem Glitzervampir wäre und auf diese Art bekommt, wonach sie sich sehnt. Aber diese Möglichkeit ziehe ich nur ungerne in Betracht. Äußerst ungerne. Eigentlich gar nicht.

Wie sieht es aus? Was sind eure, geschätzte Leserschaft, Theorien über die geheime Magnetwirkung der Biss-Bücher? Ist es der Medienhype? Die Versuchung, sich einer nahezu stupiden Tätigkeit ohne jeglichen Nährwert hinzugeben, die aber trotzdem irgendwo ganz hinten rechts ein leicht wohliges Gefühl verursachen könnte? Ein bisschen so wie Schokolade… Oder ist es am Ende doch die Mary-Jane-Göre in uns allen, die uns wider unsere hehre Absicht und unseren Verstand handeln lässt?

Ratlos und in der Hoffnung auf Antworten,

xoxo, Großstadtprinzessin