Entropie ist ein Arschloch.

Zunächst einmal möchte ich demütigst um Verzeihung bitten für meine längere Abwesenheit; sie war dem Prozess des UMZUGS geschuldet. Richtig, dieser ist jetzt vollendet (jedenfalls in groben Zügen, mehr davon bei Gelegenheit), und ich kann wieder die philosophischen Erkenntnisse einer mittlerweile 24-jährigen Großstadtprinzessin ins kosmische Nichts hauchen. Also, here we go:

Entropie. Was’n das, werdet ihr jetzt sagen. Ich, die ich nur äußerst beschränktes physikalisches Vorstellungsvermögen habe, musste mich erstmal ein bisschen schlau machen und rate euch zu desgleichem. Optionen: Ihr könnt euch natürlich durch den entsprechenden Wikipedia-Artikel quälen, der voll ist mit Begriffen wie Phasenraumvolumen, adiabatisch, Ergodenhypothese (alles großartige Wörter, die mein kleines Sprachfetischistenherz in die Höhe springen lassen, die mich aber kein Stück weiterbringen), oder ihr schaut euch die ersten paar Minuten dieses sehr hilfreichen Videos an, um eine ungefähre Ahnung zu bekommen, was mit dem Begriff gemeint ist. Wenn Ihr wieder da seid, reden wir weiter. 🙂

In der Zwischenzeit kann ich für all jene Physikerfuzzis und sonstwie schlauen Menschen, deren mahnend erhobener Zeigefinger bereits hinter dem Rücken lauert, einen kleinen Disclaimer einbauen: Nein, ich habe keine Ahnung von Physik, und beanspruche auch nicht, fachlich korrekte Lektionen hier zu verbreiten. Wenn ich Entropie falsch oder unvollständig erkläre, lasst Nachsicht walten und haltet euch an die Koryphäen auf dem Gebiet der Thermodynamik.

Zurück mit einer vagen Vorstellung, worum es geht? Grob vereinfacht lässt sich als Quintessenz ziehen: Je höher die Entropie, desto mehr Möglichkeiten zur Unordnung sind gegeben, bzw. desto wahrscheinlicher ist selbige. Oder, anders ausgedrückt: Zum Ordnung schaffen ist der Aufwand von Energie notwendig, aber chaotisch wird’s von ganz alleine.

Und das, Ladies and Gentlemen, verurteile ich aufs Schärfste.

Was soll das eigentlich? Oder, mit den Worten der NEON, in was für einer Welt leben wir eigentlich? Alles, was Spaß macht, zieht Unordnung nach sich (Sex: zerwühltes Bett. Freunde einladen: Bierflaschen auf dem Couchtisch), und man muss hinterher alles mühsam aufräumen. Ich prangere das an. Find ich nicht ok, Herr Kosmos.

Das Ganze hat aber auch eine gute Seite. Ein Tipp für all jene unter euch, die noch bei ihren Eltern wohnen – bzw. die es noch nicht geschafft haben, ihre Eltern vor die Tür zu setzen 😉 – und sich des Öfteren Vorwürfe über das Chaos im sogenannten Jugendzimmer anhören müssen: Das war ich nicht. Das war die Entropie.

In diesem Sinne. Ich hoffe, demnächst mit Fotos von der Wohnung um die Ecke kommen zu können, und verbleibe bis dahin hochachtungsvoll

xoxo, Großstadtprinzessin

Einmischen vs. Raushalten

Wie weit darf man als Freund gehen? Ist es ok, sich in das Leben anderer (loved ones) einzumischen, selbstverständlich nur zu ihrem Besten? Oder hält man sich vornehm zurück und lässt sie munter in ihr Unglück hüpfen? Ist eine ehrliche Meinung schon eine indirekte Einflussnahme?

Folgende Situation: In meinem Freundeskreis gibt es ein Mädel, nennen wir sie Miss X, die gerade frisch getrennt ist, diese Trennung (obgleich ein überaus glückliches Ereignis, wenn ihr mich fragt) nur sehr schwer verarbeitet hat und emotional immer noch recht, wie soll ich sagen, anfällig ist für allerlei Verletzungen. Nun ist es natürlich so, wenn man eine frustrierende Beziehung hinter sich hat, möchte man erstmal sein Single-Dasein genießen. Man möchte ausgehen, feiern, flirten. Dahinter steckt in den meisten Fällen (behaupte ich jetzt einfach mal, war jedenfalls bei mir immer so) ein angekratztes Ego und das Bedürfnis, durch leichte, unverbindliche Affären (oder auch nur Knutschereien auf der nächsten WG-Party) das Selbstwertgefühl wieder aufzupolieren. Das Zauberwort hier lautet: UNVERBINDLICH. Für diese Art von Ego-Pushing (man könnte es auch Rumhuren nennen) braucht man eine gewisse Kaltblütigkeit und das Vermögen, Körperliches von Emotionalem zu trennen. Manche Menschen haben dieses Talent, und manche haben es nicht. Und Miss X, so Leid es mir tut, hat es eindeutig nicht.

In a nutshell: Sie hat sich auf einen Typen festgefahren, der in dem zweifelhaften Ruf steht, die eine oder andere junge Dame aufs Kreuz zu legen, sowohl buchstäblich als auch im übertragenen Sinne. Wenn man sich auf so jemanden einlässt, muss man entweder genau wissen womit man es zu tun hat, oder stark genug sein, eine etwaige Enttäuschung (und es scheint fast sicher, dass ihr eine solche bevorsteht) ohne größeren Schaden wegzustecken. Jetzt frage ich mich: Versucht man, sie von besagtem Typen fernzuhalten? Hält man mit seiner Meinung hinterm Berg und lässt sie ihre eigenen Fehler machen? Also: Inwieweit sollte man sich einmischen oder nicht?

Aus der Perspektive des Beobachters ist es sicherlich einfacher, sich herauszuhalten. Ich kann mich jedoch erinnern, dass, sobald ich von meinem ersten Freund getrennt war (eine eher unschöne Trennung, im Übrigen), fast jeder in meinem Inner Circle meinte: Ich war von Anfang an der Meinung, dass der komisch war/ihr nicht zueinander gepasst habt. Und meine Reaktion darauf war damals: Na toll! Warum sagt ihr mir das erst jetzt???

Also, ich bin zwiegespalten. Ich werde sehen, wie es mit Miss X und ihrem Womanizer weitergeht, und letzlich kann man natürlich niemanden zu seinem Glück zwingen. Aber ich für meinen Teil bin dankbar, wenn mir nahestehende Menschen ihre Sorge um mich zum Ausdruck bringen.

Wie seht ihr das? Erfahrungen in dieser Beziehung? Ratschläge?

xoxo, Großstadtprinzessin