Daily Obsession: Journaling

Seit kurzem hat mich eine neue Leidenschaft gepackt: Journaling. Was’n das, fragen jetzt sicher einige von euch, und ich wünchte, ich könnte es euch adäquat erklären. Leider werdet ihr jedoch, mangels eines Wikipedia-Artikels zu dem Thema, mit meinem unqualifizierten Gebrabbel vorlieb nehmen müssen. Ein bisschen googlen sollte euch jedoch eine vage Idee vermitteln, worum es beim Journaling geht.

Soweit ich das verstanden habe, unterscheidet man zwischen Journaling und Art Journaling. Die Seiten eines Art Journals sehen typischerweise so oder so ähnlich aus:

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Viel Farbe, viele Schichten übereinander, Illustrationen (viel “Art” eben) und der Text scheint eher nebensächlich zu sein. Ein “normales” Journal hingegen ist eher eine Art illustriertes Tagebuch. Man schreibt über seinen Tag, macht verschiedene Listen, klebt Fotos und Kinokarten ein, kurzum, nutzt das Journal für alles mögliche. Ich fand schon immer, dass Tagebuchschreiben was Therapeutisches an sich hat, weil man am Ende des Tages alles, was einem so im Kopf herumschwirrt, zu Papier bringt, und dadurch mindestens besser einschläft. Ich habe früher viel Tagebuch geschrieben, aber meistens nach einer unbestimmten Weile wieder aufgehört. Zum Teil hängt das sicherlich mit meinem Enthusiasmus für schöne Kladden und Notizbücher zusammen, die ich haben musste, weil sie wunderschön waren, und dann fand, dass sie zu schön sind, um nicht benutzt zu werden. Dann führte ich ein bisschen Tagebuch mit den allerbesten Vorsätzen (Jeden Tag! Immer ein schön langer Eintrag!), stellte fest, dass ich sie nicht einhielt, war frustriert über die immer länger werdenden Pausen zwischen den Einträgen, fand, dass ich so dem Buch Unrecht tue, und fing irgendwann ein neues an. Ihr wollt gar nicht wissen, wie viele angebrochene Tagebücher ich zuhause habe… 😀

Anyway, was mir jedenfalls am Konzept Journaling gefällt, ist, dass man immer was fürs Auge hat, selbst wenn der Text nur stichwortartig zusammenfasst, wie man den Tag verbracht hat. Durch diesen kreativen Aspekt macht es auch mehr Spaß, als wenn man krampfhaft versucht, etwas total Tiefgründiges zu schreiben, weil ja nur der Text auf der Seite steht und dieser bitteschön wenigstens was hergeben soll. Wenn mir also nichts einfällt oder an dem entsprechenden Tag partout nichts Erzählenswertes passiert ist, kann ich immer noch einen schönen Hintergrund malen und eine Liste schreiben.

Und falls ihr euch immer noch absolut nicht vorstellen könnt, wovon ich die ganze Zeit rede, kommen hier einfach mal ein paar Bilder.

one: Sehr schön finde ich die Idee eines illustrierten Lieblingsrezepts – two: Man kann auch eine Art Moodboard zu einem bestimmten Thema verfassen, z.B. mit Ausschnitten aus Magazinen

three: Wenn man wenig Zeit hat (oder wenig zu erzählen), kann man auch eine ganze Woche auf einmal machen. Entweder so wie hier mit senkrechten Spalten (besonders gefällt mir das Wettersymbol am Anfang)… – four: … oder wie hier horizontal und über zwei Seiten ausgedehnt

five: Journaling im Mini-Format oder für Anfänger: einfach den Terminkalender bekritzeln. Mit bunten Filzstiften und viel Text… – six: … oder mit kleinen Bildchen im Comic-Stil. Gefällt mir beides sehr gut.

seven: Listen sind, wie gesagt, eher was für ereignislose oder unkreative Tage. Hier z.B. eine Reiseziel-Checkliste – eight: … eine Liste der momentanen Favoriten (Songs, Essen, Klamotten etc.)… – nine: … oder, auch nett, eine dekorative To-Do-Liste

ten: Und für die Tage, an denen einem wirklich gar nichts einfällt, geht immer sowas hier. Immerhin lässt sich so mit Typographie und Farben experimentieren. 🙂

Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Eindruck gewinnen, worum es beim Journaling geht. Mehr Ideen zum Thema findet ihr übrigens auf meinem Journaling-Board bei Pinterest. Ich bin noch nicht lange dabei, aber ich hab jetzt schon ein paar Seiten fabriziert, die mir sehr gut gefallen. Und wie so oft beim Kreativsein kommt die Inspiration während der Arbeit… das wusste auch Picasso. Ich überlege jedenfalls, die eine oder andere Seite bei Flickr hochzuladen, natürlich nur die nicht allzu privaten… was haltet ihr davon? Interesse? Und schreibt ihr Tagebuch oder führt ihr ein Journal? Was sind eure Tips und Ideen?

xoxo, Großstadtprinzessin

My most recent obsession is journaling, which I love, because it’s more creative and easier than writing a diary. Some days I don’t feel like filling my pages with plain but deep text, and then I can still draw a pretty background or border and make a list. Above you see some inspiration and ideas for journaling; find more on my pinterest board. And I’m thinking about uploading some of my own pages to flickr… what do you think? Would you care to see them? Do you journal or write a diary? What are your tips or ideas?

14 Responses to Daily Obsession: Journaling

  1. Inspirierende Bilder, die du zusammengesammelt hast (auch bei Pinterest) – i like! (:
    Ich habe mir vor einer weile bei Dawanda ein mood diary zugelegt und mache jetzt wöchentliche Einträge à la “gegessen”, “gesehen”, “gelesen”, “getroffen”… Das befriedigt zum einen mein Bedürfnis nach Listen und Ordnung und so, zum anderen überfordert mich der zeitliche Aufwand nicht. Im Gegenteil, ich finde es total schön, mir sonntags eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und auf die Woche zurückzublicken.
    Das mit den angefangenen Tagebüchern kenne ich nur zu gut – obwohl, in meiner melancholischen Teenagerzeit habe ich tatsächlich mal drei oder vier am Stück gefüllt. Aber inzwischen geht es mir ähnlich wie Dir.
    Würde auf jeden Fall gerne mal ein paar deiner journal pages anschauen!
    Liebe Grüße. (:

  2. Liebe Wolke, willkommen zurück! Und freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Das mit dem Mood-Diary klingt nach einer netten Alternative, wäre mir aber glaube ich zu unflexibel… Aber mal schauen, solche Bedürfnisse ändern sich ja auch mit der Zeit. Und schön, dass du Interesse an meinen pages hast – ich werd dann mal am Wochenende ein paar Fotos machen und hochladen! 🙂

  3. Hi,
    oh, wie erinnert mich das Journaling an meine Zeit in Klasse 5,6. Da hatten wir “Geheim-Bücher”. Es waren Hefte, in die man eintrug, was so geschehen war, was wichitg war, etc. Damals gab es erstmals Blöckchen mit b u n t e m Papier – ich habe noch ein uraltes (41 jahre alt (!) in A P F E L-Form! da es ja noch keine Handys gab. Wichtige Briefchen auf buntem Papierchen fanden dort auch ihren Platz. SMSen ging ja früher so, dass man winzige Zettelchen bekritzelte und die dann irgendwie zum Empfänger kriegen musste – meist durch Weiterreichen im Unterricht, wobei Beleidigte, weil Ausgegrenzte (die gab’s zu meiner Zeit auch schon 😉 die Zettelchen nicht weitergaben 🙁 und die Oldie-SMS dann nicht ankam…Ja, aber nochmal zum Geheim-Buch: ich war immer total neidisch auf die Freundinnen, deren Hefte sich so selbstverständlich füllten. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich das Geheimheft sehr bewusst und mit viel Mühe so gestalten musste, dass es so bunt und schön aussah und vor allem so “nebenher entstanden”, wie bei den anderen. Wenn ich die Seiten (facebook) ansehe, weiß ich, wie aufwääändig es war. Dennoch: man kriegt (auch in meinem Alter, Mensch, ist das denn so wichtig ???) totale Lust darauf. Auch ich verfüge ja, wie die Grossstadtprinzessin weiß – und darin sind wir uns durchaus genetisch bedingt ähnlich – über zahlreiche Kladden verschiedener Art, die ich verzückt betrachte und vor allem davon träume, wie sie denn einmal ausgestaltet sein könnten, wozu es aber nicht kommt, da sie ja “zu schade” sein könnten. Puuh, bisschen zwanghaft, gell? Aber so ein Journal ist supertoll, weil man später (wenn man dann mal so alt ist, wie ich (schon wieder, grummel) es anschaut und Freude daran hat und sich erinnert und alles wird wieder lebendig und ist präsent. das ist schon super. ICH WILL AUCH EIN JOURNAL MACHEN 😮
    OAH

  4. Hallo,
    da es so regnet, bin ich nochmal “drin”. War natürlich auf flickr! Habe mir eben meine Kladden genommen, hach: schmacht! Ich habe auch so eine Rezepte-Kladde – aber das schreibe ich auch nicht ‘rein…:D
    Wir waren gestern (schon wieder!) im Kino: REX: “Anonyme Romantiker”. Ja, eigentlich müsste man dazu jetzt was ins “Journal” schreiben und kleben. ABER: ich habe keine (geeignete) Kladde. Wie groß (DinA 5?)?, liniert, kariert, ohne?, flexibler Einband?, dieser selbst gestaltet oder lieber (falls man es nicht so hinkriegt) nicht? Fragen…Fragen…Fragen… ;-))

    • Also, mein Journal ist ja, wie du sicherlich gesehen hast, im Format Din A5 und außen einfach nur braun. Ähnlich wie diese Klassiker hier, nur nicht so teuer. 🙂 Ich habe keinerlei Linien oder Kästchen innendrin, damit ich besser malen kann, aber auf kariertem oder liniertem Papier zu zeichnen kann auch ganz hübsch aussehen. Der Einband ist bei mir flexibel, damit man das Buch / Heft besser aufmachen kann. Und außerdem habe ich mit einem weißen Gel-Stift auf beide Cover gemalt, was einen netten Effekt gibt. Aber natürlich gibt’s tausend andere Möglichkeiten zur Einbandgestaltung, wenn man will, kann man ihn auch blanko lassen, und wenn man selber keine Zeit (oder kein Geschick, aber das glaube ich eigentlich nicht) für sowas hat, gibt’s ja immer noch fleißige Nichten und Namenstage… 😉

  5. Danke für diese ganz tolle Anregung. Ich glaub’, ich kauf mir jetzt auch ein paar bunte Stifte, leere Bücher habe ich genug und Ideen erst recht.
    LG, april

  6. Pingback: Journal | April Showers

  7. Pingback: SachenMachen: Verschönertes Notizheft | Großstadtprinzessin

  8. Pingback: my journal | Großstadtprinzessin

  9. Pingback: 為什麼要開一個新的網誌? Why a new blog? | A place for my thoughts to be

  10. I have journaled daily for several years, but this year I am using an old Filofax journal to create collages. I stitch them when I have time too, the most recent are waiting for the perfect moment to finish them.

    I’ve only recently found your blog. I also have a bullet journal – and a second one that I use for my Etsy listings.

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