Two Steps back, one Step forward

Puh, es geht so langsam wieder bergauf. Nachdem die letzten beiden Tage wirklich exorbitant ätzend waren, gab es heute erstmals eine gute Nachricht zu vermelden sowie die traumhafte Aussicht, den Tag mit meinem Großstadtprinz im Bett zu verbringen (Na gut, ich bin im Bett, er sitzt am Computer und spielt… ähh… Dragon Age?).

Warum die beiden letzten Tage so ätzend waren? Ok, ihr habt es nicht anders gewollt. Hier kommt der Countdown der Nervenzerfetzer.

Mittwoch

WG-Besichtigungstermin. Zur Erklärung: Ich ziehe ab November mit meinem Lieblingsmenschen zusammen (Yay!!!),  meine Mitbewohnerin in unserer 2er-WG aber erst zum Dezember aus. Dadurch wird mein Zimmer früher frei als ihres, und bei der Suche nach einem Nachmieter kann man nicht die ganze Wohnung anbieten, aber auch nicht nur ein Zimmer (does that make sense?). Die Suche nach Nachmietern gestaltete sich also nicht ganz unkompliziert, und natürlich wollte ich auch nicht mein WG-Zimmer den November über leerstehen lassen, weil ich dann ja doppelt Miete hätte zahlen müssen, einmal für mein WG-Zimmer, einmal für unsere neue Wohnung. Vom Aufbringen der neuen Kaution ganz zu schweigen.

Auftritt Perfekte Lösung: Bin über eine Freundin an zwei Mädels geraten, die zusammenziehen möchten, die eine könnte schon ab November, die andere auch erst später, weil sie bis jetzt noch bei ihrer Mutter wohnt, und die ein schmales Budget haben sowie meine Wohnung schön fanden. Too good to be true – offensichtlich. Denn: Als ich hinterher mit dem Vermieter sprach, um ihm zu verkünden, dass ich zwei sehr nette Nachmieterinnen gefunden habe, die auch mein Doppelte-Miete-Problem lösen würden, eröffnete er mir, dass er seit einer Woche einen Nachmieter habe, ab Dezember natürlich, dem er auch schon fest zugesagt habe. Und warum ich denn nicht früher Bescheid gesagt hätte. HALLO??? Erstens wusste er, dass ich selber suche, zweitens hab ich ja keine telepathischen Fähigkeiten (obwohl mein Freund da widersprechen würde) und kann ja nicht ahnen, dass er seit werweißwielange einen Nachmieter hat. Was ist das überhaupt für eine miese Nummer, mich einfach so vor vollendete Tatsachen zu stellen und mich dann auch noch zu maßregeln ob meines angeblichen Versäumnisses? Er war auch gänzlich unempfänglich für jegliches Betteln (von wegen Studentin, bescheidene finanzielle Verhältnisse, unangenehme Situation blablabla). Grml. Ich war sehr erbost. Musste den netten armen Mädels von vorher absagen, was mir sehr Leid getan hat. Glücklicherweise hab ich für solche Situationen einen Plan B, der nach dem Muster What would Mom do? verläuft. Also fix noch ein Zwischenmieter-Gesuch bei wg-gesucht.de aufgegeben. Allerdings ohne Hoffnung, dass irgendjemand für einen popeligen Monat ein unmöbliertes Zimmer mieten möchte.

Und als wäre das nicht schon dämlich genug, hab ich mir auch noch einen wunderbaren Trojaner auf meinem Laptop eingefangen. AWESOME! Warum kommen eigentlich die unangenehmen Dinge im Leben immer auf einem Haufen, und die angenehmen nur so plätscherweise?

Das kam so: Ich erhielt im StudiVZ eine Nachricht einer Bekannten, von der ich seit Jahren nichts mehr gehört hatte, mit einem Link und der Notiz, dass ich auf dem Foto (zu dem der Link führen sollte) ja furchtbar betrunken sei.* Ich, unbedarft wie ich bin, klicke auf den Link, lade die Datei runter, öffne sie, sehe ein Foto mit drei völlig unbekannten Gesichtern, zucke die Achseln und denke, naja, da wollte jemand witzig sein, was soll’s. WEIT GEFEHLT, Ladies and Gentlemen. Denn in den nächsten Stunden (und zum Teil heute, zwei Tage später, immer noch), erreichten mich zig alarmierte Emails von sämtlichen StudiVZ-Freunden, was das denn bloß für ein Foto sein sollte. Klingt vielleicht für sich genommen nicht tragisch, ist aber extrem nervig(doppelt extrem nervig mit der Nachmieter-Vorgeschichte),  zumal man denen allen antworten und die Sache erklären und sich rechtfertigen muss. Nachdem der Großstadtprinz eine Weile recherchiert und an meinem Baby (a.k.a. Laptop) rumgefummelt hatte, kristallisierte sich folgende Erkenntnis heraus: Der Trojaner steckte in der heruntergeladenen Datei und hatte, sobald ich sie geöffnet hatte, meinen Account geknackt und fröhlich, ohne mein Zutun, die gleiche Spam-Mail an alle meine Freunde geschickt. Großartig.

Das Problem ist zwar jetzt gelöst, aber ich kriege immer noch vereinzelte Panik-Mails. Zum Teil auch von Leuten, von denen ich nie wieder was hören wollte. Aber immerhin hab ich jetzt meine Lektion gelernt. The hard way.

Donnerstag

Beerdigung eines lieben Familienmitgliedes, das relativ plötzlich und unerwartet gestorben ist. Da ich sehr emotional auf Musik reagiere, muss ich bei solchen Gelegenheiten IMMER heulen wie ein Schlosshund (selbst wenn mir der Verstorbene nicht so nahe steht wie diesmal), was, wie ich jedes Mal erstaunt feststellen muss, überraschend kraftraubend ist. Die ganze Veranstaltung dauerte fünf Stunden, und danach war ich absolut am Ende.

Heute

Keine Termine. Hallelujah! Außerdem klingelte permanent mein Handy: Anscheinend wollen doch mehr Menschen für einen popeligen Monat ein unmöbliertes Zimmer mieten als erwartet. Eine angenehme Überraschung. Aber es kommt noch besser, nämlich einige wenige Telefonate später habe ich tatsächlich einen Zwischenmieter gefunden! Der braucht für November bloß einen Platz zum Schlafen, kommt aus Hamburg und will sich das Zimmer nicht einmal angucken.

Needless to say: meine gute Laune ist wiederhergestellt und ich kann euch allen ein wunderbares, entspanntes und spaßiges Wochenende wünschen! 🙂

xoxo, Großstadtprinzessin

*Wer mich im Übrigen persönlich kennt, weiß, dass das so gut wie unmöglich ist, da ich kaum Alkohol vertrage und wenn, dann sehr wenig trinke.

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